08.03.2010 Landwirtschaft: „Mut für eine Branche mit Zukunft“Mut zur Landwirtschaft - dazu rief die Südtiroler Bauernjugend anlässlich ihrer 40. Mitgliederversammlung am Sonntag, 07. März 2009 im Waltherhaus in Bozen auf und stellte die Landwirtschaft als Arbeitsaum in den Mittelpunkt.
Ein Branche mit Zukunft, die vielfältigen Möglichkeiten für junge Menschen bietet, davon zeugen Helmut Großgasteiger aus Steinhaus, Andrea Mairvongraßpeinten aus Pfalzen, Markus Hofer aus Bozen, Tobias Passler aus St. Georgen, Marialuise Stark aus Allitz und Georg Höller aus Signat. In sechs kurzen Spots stellten sie passend zum Motto der diesjährigen Mitgliederversammlung „Wir geben der Landwirtschaft ein Gesicht“ sich und ihre Liebe zu ihrem landwirtschaftlichen Beruf vor. Alle sechs haben gemeinsam, dass sie trotz ihres jungen Alters Verantwortung tragen, als Hofübernehmer, Jungbauer oder Betriebleiter und ihre eigenen Ideen verwirklichen können. „Wir als Südtiroler Bauernjugend sind überzeugt, dass es wichtig ist, sich neben Ausbildung, Weiterbildung und Qualifizierung von Jugendlichen, auch mit dem Thema der Berufsfindung und Werbung für Berufe in der Landwirtschaft auseinanderzusetzen. Mit den sechs Spots ging es uns darum, Mut für die Landwirtschaft zu machen“, erklären Landesobmann Hannes Dosser und Landesleiterin Elisabeth Wenter. Dass das notwendig ist beweisen die Zahlen. Das Assessorat für Landwirtschaft hat eine Broschüre mit dem Titel „Der geschlossene Hof“ herausgegeben. Im Zuge der Erhebung für die Broschüre wurde festgestellt, dass mehr Höfe in der Hand von Altbauern mit mehr als 60 Jahre sind als von Jungbauern unter 40 Jahren. Dafür gibt es sicher eine Reihe von Gründen. „Mit Sicherheit hat aber auch das gesellschaftliche Bild Einfluss auf die Berufswahl junger Menschen und potentieller Jungbauern und Jungbäuerinnen sowie auf deren Einstellung zum Beruf. Hier möchten wir ansetzen indem wir immer wieder positive Beispiele zeigen“, erklären Dosser und Wenter. Auch in den Grußworten der Ehrengäste drehte sich alles um das Motto der Mitgliederversammlung. Wie bei der SBJ üblich gab es auch heuer wieder statt vorbereiteter Großworte den Auftrag an die Ehrengäste innerhalb von drei Minuten spontan zu einem gezogenen Thema die Meinung zu sagen. Von Kathrin Kaltenhauser, Landesleiterin der Tiroler Jungbauernschaft/Landjugend wollte die Südtiroler Bauernjugend wissen was eine zukunftsfähige Landwirtschaft brauche? Für Kaltenhauser sind es zwei Faktoren: „Die Politik, die für gute Rahmenbedingungen sorgen muss und junge, motivierte Menschen mit Mut!“ Den Auftrag der Politik griff auch Landesrat Hans Berger auf. „Aufgabe der Politik ist es die breite Palette an Möglichkeiten in der Landwirtschaft zuzulassen und zu fördern.“ EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann zog das Thema „Arbeiten für die Landwirtschaft bedeutet für Sie…?“ und ging dabei auf seine politische Arbeit als Europaparlamentarier ein. „Ich kann nun daran mitarbeiten einer Institution ein Gesicht zu geben in der die Landwirtschaft eine große Rolle spielt. Mehr und mehr setzt sich in Brüssel die Erkenntnis durch, dass man nicht die gesamte Landwirtschaft über einen Kamm scheren kann“, so Dorfmann. Den Abschluss bildete SBB-Landesobmann Leo Tiefenthaler. Er wurde von SBJ nach dem Gesicht gefragt, das die Südtiroler Bauernjugend der Landwirtschaft gibt. „Blicken wir in diesen Saal so sehen wir Jugendliche, deren Herz nicht nur für die SBJ schlägt sondern die auch von der Landwirtschaft begeistert sind“, damit gibt die Südtiroler Bauernjugend der Landwirtschaft schon seit über 40 Jahren ein Gesicht, so Tiefenthaler. Für Unterhaltung und viel Schmunzeln sorgten die Bezirkseinlagen. Das Auskommen mit dem Einkommen in der Landwirtschaft und woher das liebe Geld kommt, war der Inhalt der Bezirkseinlage des Bezirks Eisacktal. Er nahm dabei die Vergabe von Beiträgen unter die Lupe und brach eine Lanze für eine unternehmerisch orientierte Landwirtschaft. Damit hatte der Bezirk sicher recht. Doch eines darf nicht vergessen werden: Die Landwirtschaft erfüllt auch Aufgaben, die im Interesse der Allgemeinheit stehen. Dazu gehören z.B. Umweltleistungen und die Landschaftspflege. Das geht nicht zu Weltmarktpreisen. Daher ist dort, wo die Landwirtschaft Aufgaben für das Gemeinwohl übernimmt, auch Unterstützung gerechtfertigt. Die Bezirkseinlage des Bezirks Vinschgau hingegen erzählte auch von den Schwierigkeiten mit denen die Landwirtschaft zu kämpfen hat. Doch der Bezirk hatte eine Lösung parat: Einsatz, Mut und Zusammenhalt.
Ehrenzeichen in Gold für Georg Reden Im vergangenen Jahr musste Georg Reden aus „Altersgründen“ sein Amt als SBJ-Landesobmann abgeben. Anlässlich der 40. Mitgliederversammlung bekam er von der Südtiroler Bauernjugend das Ehrenzeichen in Gold für seine langjährige und verdienstvolle Tätigkeit in der SBJ. Mit 21 Jahren begann seine Karriere in der Ortsgruppe von Olang. Nach zwei Jahren in der Funktion des Ortsobmann-Stellvertreters hat er für sechs Jahre das Ruder in der Ortsgruppe übernommen und dann den Sprung Richtung Bozen gemacht, 2 Jahre als Landesobmann-Stellvertreter und 4 Jahre lang als erster Pustertaler Landesobmann der SBJ. „Damit hat Georg ganz im Sinne der heurigen Mitgliederversammlung unserer Jugendorganisation seinen Stempel aufgedrückt und somit der SBJ und der Landwirtschaft ein Gesicht gegeben“, sagen das Führungsduo SBJ-Landesobmann Hannes Dosser und SBJ-Landesleiterin Elisabeth Wenter. In seiner Laudatio hob Landesobmann-Stellvertreter Alfred Sinner einige der SBJ-Initiativen hervor die Redens Handschrift trugen, wie etwa die Gründung der SBJ-Musikkapelle, die Aktion „Südtiroler – Produkte dazu stehen wir“, bei der 90 Ortsgruppen im ganzen Land Stofftaschen mit bäuerlichen Produkten verteilt hatten oder die Fachtagung in Salern.
Raiffeisen-Jungbergbauern-Preis geht ins Sarntal Der Raiffeisen Jungbergbauern-Preis 2010 geht ins Sarntal, zu Familie Paul und Sabrina Premstaller vom Unterstuefer in der Fraktion Durnholz. Sie erhalten die Auszeichnung für ihren vorbildlichen Einsatz. Die Südtiroler Raiffeisenkassen stiften diesen Preis seit 1980, also schon seit drei Jahrzehnten und der Preis wurde vom Obmann des Raiffeisenverbandes Südtirol Herrn Heiner Nicolussi-Leck übergeben. In seiner Rede ging der Obmann auch auf das Motto der Mitgliederversammlung – „Wir geben der Landwirtschaft ein Gesicht“ ein und übertrug dieses auch auf den Raiffeisen-Jungbergbauern-Preis: „Ich glaube, dass wir mit dem Jungbergbauern-Preis auch der Berglandwirtschaft ein Gesicht geben und auf sie aufmerksam machen. Und ein Gesicht erhält die Berglandwirtschaft nicht nur durch die Produkte und die gepflegte Landschaft, sondern in erster Linie durch die Menschen selbst, die eben genau dafür sorgen und auf ihren Beruf als Bergbauern stolz sind“, so der Obmann des Raiffeisenverbandes. Der Hof der Familie Premstaller liegt auf 1565 m Meereshöhe, 16 Kilometer vom Dorfkern entfernt und ist in der Höfekartei mit 115 Erschwernispunkten eingetragen. Paul ist der jüngste von fünf Kindern, seine vier älteren Schwestern sind bereits von zu Hause ausgezogen. Nach der Mittelschule besuchte Paul die Fachschule für Landwirtschaft, die er aber nach einem Jahr verließ um daheim mitzuhelfen. Um das Hofeinkommen aufzubessern, arbeitete er zudem außerhalb des Hofes. 2003 übernahm er von seinen Eltern den geschlossenen Hof, die Eltern helfen aber auch heute weiterhin tatkräftig mit. Seit zwei Jahren ist der 34-jährige Paul Premstaller ausschließlich Bauer. Seit acht Jahren ist er mit seiner Sabrina verheiratet. Die beiden haben zwei Töchter, Manuela (6) und Leonie (4). Sabrina ist Grundschullehrerin und arbeitet seit dem vergangenen Schuljahr wieder in Teilzeit. Zum Unterstuefer gehören 6,6 Hektar Wiesen, von denen zwei mit der Hand bearbeitet werden müssen. Dazu kommen 1,5 Hektar Weide, 23,4 Hektar Wald und Acker, auf dem Getreide, Kartoffel und Gemüse für den Eigenbedarf angebaut werden. Im Anbindestall des Unterstuefer stehen neun Kühe, sieben Jungtiere und drei Schweine. Eine Besonderheit des Hofes ist die Hühneraufzucht, die als Nebenerwerb seit 1970 betrieben wird. Heute verlassen im Jahr rund 4000 Hühner vor Legebeginn den Hof. Trotz der vielen Arbeit am Hof finden Paul und Sabrina noch Zeit für das Vereins- und Dorfleben. Er ist Mitglied der Ortsgruppe Sarntal der Bauernjugend und arbeitet im Ortsausschuss des Bauernbundes mit, zudem ist er im Ausschuss des Bodenverbesserungskonsortiums, der Interessentschaft Moschwald sowie der katholischen Männerbewegung. Sie ist SVP-Ortsobmannstellvertreterin und im Ausschuss der katholischen Frauenbewegung sowie Marketenderin bei der Musikkapelle Durnholz.
Fotos der Mitgliederversammlung
Fotos auf Stol
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