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„Ehrenamt ist spitze“

Für ihren vorbildlichen ehrenamtlichen Einsatz wurden am Freitag, den 18. Mai in Hall in Tirol zehn junge Menschen mit dem Preis „Glanzleistung – das junge Ehrenamt“ ausgezeichnet. Die Landeshauptleute Arno Kompatscher und Günther Platter übergaben den glänzenden Kristall. Auch die Südtiroler Bauerjugend stellte einen Kandidaten. 

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In insgesamt 12 Jahren Funktionärstätigkeit hat Martin Kemenater (Sarnthein) deutliche Akzente für die Jugend im ländlichen Raum gesetzt. Ihm war es immer ein großes Anliegen, dass sich Mitglieder verschiedener Jugendvereine treffen, sich kennenlernen, austauschen und Veranstaltungen und Aktionen gemeinsam organisieren.

Martin war 12 Jahre im Ortsausschuss der Bauernjugend, und 8 Jahre auf Bezirksebene aktiv, wovon er 6 Jahre lang Bezirksobmann war. Mit 16 Jahren ist er der Volkstanzgruppe Sarntal beigetreten, mit 18 wurde er Obmann und ist bereits seit 14 Jahren zeitgleich Tanzleiter. Bald arbeitete Martin auch im Bezirksausschuss des Volkstanzes mit, wo er für zwei Jahre die Tätigkeiten als Bezirksobmann leitete. Neben seiner beruflichen Tätigkeit hat Martin zwei Jahre lang über die Mittagszeit ehrenamtlich "Essen auf Rädern" an bedürftige Menschen im Sarntal ausgeteilt. 8 Jahre lang hat er die charismatische Jugendgruppe Südtirol geleitet. Auch in den Gremien der Gemeinde macht sich Martin seit 6 Jahren, als Vertreter im Gemeinderat, für die Anliegen der Jugend stark.

Was ist dir am Ehrenamt wichtig?

Martin Kemenater: „Ehrenamt ist spitze!“ Für mich gibt es im Ehrenamt drei

Hauptanliegen. An erster Stelle steht die Bauernjugend. Auf den Gedanken aufbauend, dass man gemeinsam mehr erreichen kann ist es mir wichtig, dass sich junge Menschen weiterbilden und damit ihren Horizont erweitern können. An zweiter Stelle steht die politische Vereinigung, wo es mir ein Anliegen ist, dass jeder Mensch ein würdiges Leben hat. Das dritte Hauptanliegen ist der kirchliche Glaube. Mir liegt es am Herzen, dass junge Menschen wieder den Weg in die Kirche finden und einen persönlichen Bezug zum Herrgott aufbauen, denn jeder ist auf der Suche.

Wie sieht deiner Meinung nach die Zukunft des Ehrenamtes aus?

Martin Kemenater: Sicherlich ist es eine Herausforderung junge Leute vom freiwilligen Engagement zu begeistern, denn man muss einigen Verpflichtungen nachgehen. Es ist unglaublich, wie viel man fürs Leben lernt, wenn man bereits in jungen Jahren ehrenamtlich aktiv ist. Ich selbst möchte keine Minute missen. Das Anwerben neuer Mitglieder und damit das Weitertragen der Begeisterung fürs junge Ehrenamt ist sehr wichtig. Ich sehe es als sinnvoll an die ehrenamtlichen Tätigkeiten auch in Schulen vorzustellen. Ich bin mir sicher das Jugendliche auch in Zukunft Kontakte außerhalb vom Internet

suchen. In Südtirol gibt es eine extrem große Vereinstätigkeit, deshalb habe ich nicht Angst, dass das Ehrenamt ausstirbt.

Wie hast du alles zeitlich untergebracht?

Martin Kemenater: Es war oft schwierig, weil sich mehrere Termine überschnitten haben. Ich konnte mir Sitzungen gut einteilen, da ich an der Spitze mehrere Vereine stand. Das Glück war es einen flexiblen Arbeitgeber zu haben, dadurch konnte ich mir wichtige Termine ohne Probleme freihalten. Den Hof bewirtschafteten meine Eltern und mein Bruder, dadurch ließen sie mir die Zeit, mich ehrenamtlich zu engagieren.

Welche Herausforderungen wurden dir gestellt? Was war schwierig?

Martin Kemenater: Nervenaufreibend war, wenn bei Sitzungen etwas ausgemacht wurde, und man sich auf andere nicht verlassen konnte. Wenn man mit anderen Vereinen zusammen Veranstaltungen organisierte und sich daraufhin finanziell nicht einig wurde, war es eine Herausforderung die Diskussionen zu besänftigen. Oft war mein größtes Problem, zu wenig Schlaf abbekommen zu haben. Große Hürden gibt es aus meiner Sicht keine, jeder der im Verein tätig sein will ist herzlich Willkommen, denn jede Hilfe wird gebraucht. 


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