Von Hühnerstall bis Olivenöl: SBJ-Landesführung erweitert ihren Horizont

Am Wochenende vom 18. bis 19. April traf sich die Landesführung der Südtiroler Bauernjugend (SBJ) zu ihrer zweiten gemeinsamen Klausur. Ein besonderer Fokus lag dabei auf dem Kennenlernen landwirtschaftlicher Betriebe außerhalb Südtirols, um den Horizont zu erweitern und neue Impulse für die eigene Arbeit zu gewinnen.

 

Der Auftakt der Klausur erfolgte am Nachmittag des 18. April in Bozen. Von dort aus machte sich die Gruppe auf den Weg nach Ala im Trentino, wo sie den Hühnermastbetrieb, der zum „Agriturismo Maso Rocca“ gehört, besichtigte. Jungbauer Thomas Cavagna, den die Landesführung über die befreundete Jungbauernorganisation ANGA Trento kennt, führte durch seinen Betrieb und gewährte spannende Einblicke in die Geflügelmast.

 

Auf rund 2.000 Quadratmetern Stallfläche hält Cavagna insgesamt etwa 18.000 Masthühner. Aufgrund von Krankheitsrisiken werden die Tiere ausschließlich im Innenbereich gehalten. Nach der Aufzucht werden die Hühner in Vicenza geschlachtet und anschließend in Supermärkten verkauft. Besonders betonte Cavagna die hohe Qualität der Produktion: Die Tiere werden antibiotikafrei gehalten, und die gesamte Organisation erfolgt über eine zentrale Vermarktungsstruktur, an der mehrere Betriebe aus der Umgebung beteiligt sind – darunter auch ein Kusin des Jungbauern.

 

Im Anschluss an die Betriebsbesichtigung führte der Weg der Landesführung zur „Agraria Riva del Garda“, wo eine Olivenölverkostung auf dem Programm stand. Die Region rund um den Gardasee gilt als nördlichstes Olivenanbaugebiet Europas.

Bei der Verkostung erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Produktion hochwertiger Extravergine-Olivenöle, die für ihre Qualität und ihren besonderen Geschmack bekannt sind. Die „Agraria Riva“ verarbeitet in ihrer Ölpresse dabei die Oliven von rund 1.200 lokalen Olivenbauern und presst jede Lieferung einzeln kalt, um höchste Qualitätsstandards zu gewährleisten.

Der Abend klang schließlich in Brenzone bei einem gemeinsamen Fischessen aus – eine Gelegenheit, die intensiv für Gespräche und persönlichen Austausch genutzt wurde.

 

Landesleiterin Viktoria Kössler unterstrich die Bedeutung der Klausur: „Es ist wichtig, sich Zeit zu nehmen, um gemeinsam zu besprechen, was jedem Einzelnen wichtig ist und worauf Wert gelegt wird.“ Auch Landesobmann Rafael Peer hob den Mehrwert der Klausur hervor: „Wir legen großen Wert darauf, Betriebe zu besichtigen und andere landwirtschaftliche Zweige kennenzulernen, die es bei uns nicht in großer Zahl gibt. So können wir Neues lernen und unseren Blick erweitern.“

 

Die Klausur zeigte, wie wertvoll der Blick über den Tellerrand ist – sowohl für die persönliche Weiterentwicklung als auch für die zukünftige Ausrichtung der Südtiroler Bauernjugend.

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