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Jungbauern tauschen sich aus

Südtiroler Bauernjugend: SBJ-Landesführung trifft sich mit Vertretern der Jungbauern aus Österreich, Deutschland und der Schweiz und diskutiert über aktuelle Themen der Landwirtschaft.

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Der Kunde verlangt ein nachhaltiges und einwandfreies Produkt, ist jedoch nicht bereit für den Mehraufwand zu zahlen. Das zeigt das Konsumverhalten und bringt den Landwirt in eine verzwickte Lage. Bei einem zweitätigen Treffen in Südtirol haben Vertreter der Südtiroler Bauernjugend mit Kollegen aus Österreich, der Schweiz und Deutschland aktuelle Themen diskutiert. Bei Betriebsbesichtigungen erhielten die Teilnehmer einen Einblick in die Praxis.

Bei der gemeinsamen Diskussionsrunde, zu der auch Landesrat für Landwirtschaft Arnold Schuler, sowie SBB-Landesobmann Leo Tiefenthaler und SBB-Direktor Siegfried Rinner geladen waren, kam vor allem das Thema Regionalität und Nachhaltigkeit zur Sprache. „Regionalität ist im Trend“, weiß Landesrat Schuler. „Die Kunden möchten das Gesicht hinter dem Lebensmittel kennen, das ist eine Chance für die Landwirtschaft“, so Schuler. Sie setzen dabei vermehrt auf Tierwohl und Nachhaltigkeit. In den Einkaufskörben der Verbraucher ist davon jedoch nicht viel zu sehen. „Hier braucht es ein Umdenken. Wir müssen den Kontakt zum Verbraucher suchen und ihm erklären, welcher Wert hinter unseren Produkten steckt“, so Wilhelm Haller, SBJ-Landesobmann der Südtiroler Bauernjugend.

 

Südtirols Landwirtschaft hautnah erleben

Am Abend besichtigte die Gruppe den Weinbaubetrieb Putzenhof und erhielt einen Einblick in die Vielfalt der Südtiroler Weine. Der Hofbesitzer Roman Mottironi kellert seinen Wein selbst ein und ist Mitglied bei den freien Weinbauern. An Tag zwei stand die Besichtigung des Obergostnerhof von Jungbauer Florian Gasser in Pardell auf dem Programm. Der Obergostnerhof liegt auf 750 Meter und ist ein Obstbaubetrieb mit Urlaub auf dem Bauernhof und einem kleinen Hofladen. Der Jungbauer baut auf einer Fläche von neun Hektar verschiedenes Obst an. Einen Großteil der Äpfel liefert er der Obstgenossenschaft Melix in Brixen. Als Nebenerwerb hat er sich auf die Obstverarbeitung spezialisiert. Ein kleiner Teil des Obstes, darunter Äpfel, Birnen, Erdbeeren und Pflaumen werden auf dem Hof getrocknet und im Hofladen und an Hotels verkauft. Auf dem Hof bekommt der Kunde einen direkten Einblick, wie der frische Apfel vom Baum getrocknet in die Tüte kommt. „Ich kümmere mich um die Landwirtschaft und meine Frau um den Hofladen und den Urlaub auf dem Bauernhof, so ergänzen wir uns gut“, erklärt Jungbauer Florian. Im Anschluss ging es für die Gruppe zum Milchhof Brixen, bei dem sie in die tägliche Arbeit einer Milchgenossenschaft blicken

konnte. Der Milchhof Brixen hat sich auf die Mozzarella-Produktion spezialisiert und 80% seines Geschäfts darauf ausgerichtet. Den Mozzarella gibt es in verschiedenen Formen und verschiedener Verarbeitung wie light-, bio oder laktosefrei. „Der Ursprung des Produkts wird immer wichtiger für den Kunden. Jeder Produktionsschritt muss heute rückverfolgbar sein“, erklärt BRIMI-Mitarbeiter Thomas. Die Genossenschaft legt auch einen großen Wert auf die Nachhaltigkeit. „Großteils des Stroms für die Herstellung produzieren wir selbst“, so Thomas. Seit Kurzem hat sich der Milchhof Brixen auch mit dem Waffelhersteller Loacker zusammengeschlossen und in Vintl ein Molkewerk errichtet. Die Molke, die durch die Mozzarella Produktion als Nebenprodukt entsteht, kann so zu Milchpulver verarbeitet und für die Waffelherstellung verwendet werden.  Ein Gewinn für beide Betriebe.
Angelika Springeth resümiert: „Durch die Auswahl der Betriebe wollten wir unseren Gästen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz einen Einblick in unsere kleinstrukturierten Betriebe und dem Genossenschaftswesen in der Landwirtschaft geben. Im Rahmen der Diskussionsrunde war klar zu erkennen, dass wir landwirtschaftlich vor einigen Herausforderungen stehen, die wir nun gemeinsam angehen möchten.“

 


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