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Die Jugend blickt in die Zukunft

„Trends in der Landwirtschaft – Nebenerwerbsmöglichkeiten und Nischenprodukte erkennen“ war das heurige Motto der erweiterten Bezirkssitzung des Südtiroler Bauernjugend Bezirks Eisacktal im SBB-Bezirksbüro in Brixen. 

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Ziel des Treffens war es, in lockerer Atmosphäre die Funktionäre, Mitglieder und den Bezirk kennenzulernen und sich unter den Ortsgruppen zum Thema auszutauschen. Auch in diesem Jahr folgten zahlreiche Mitglieder der Einladung. 

Fünf Kühe reichen nicht aus
Diskussionsgäste des Abends waren der Landtagsabgeordnete Franz Locher und der Bezirksobmann des SBB-Bezirks Eisacktal Daniel Gasser. Franz Locher führte in einem kurzen Vortrag einige Punkte zum Thema „Trends in der Landwirtschaft“ an. Er betonte, wie wichtig das Bewusstsein ist, dass wir heute in einer ganz anderen Situation leben wie vor 30 Jahren. Es hat sich viel weiterentwickelt. Heutzutage ist ein Überleben mit fünf Kühen am Hof nicht mehr gesichert und man muss auf Zu- und Nebenerwerbsmöglichkeiten ausweichen. Urlaub auf dem Bauernhof (UaB) ist ein möglicher Nebenerwerb. Auf die Frage, ob es nicht schon zu viele UaB-Betriebe gibt, antwortete Locher: „In diesem Nebenerwerb ist die Grenze nach oben noch lange nicht erreicht. Südtirol ist zentral gelegen und es wird hier immer Tourismus geben.“ Daniel Gasser äußerte sich zum 

Thema mit einem Lob an die Jugend: „Die Jugendlichen wissen oft selbst am besten, was im Trend ist. Das sieht man besonders an den tollen Projekten des Innovationspreises IM.PULS der Südtiroler Bauernjugend, die alle zwei Jahre eingereicht werden.“

Zukunft der Höfe sichern 
Für viele bäuerliche Familien ist der Zu- und Nebenerwerb immer wichtiger geworden. Dennoch ist es notwendig, dass den Landwirten in Zukunft mehr Förderungen geboten werden, damit die Höfe nicht aufgelassen werden. „Wenn ein Hof einmal aufgegeben wurde, beginnt sicherlich niemand mehr einen Neueinstieg“, so Locher. Dies hätte katastrophale Folgen, auch für den Tourismus. Deshalb regt er die bäuerliche Jugend an, weiterzumachen: „Ihr seid wichtige, gute und geschickte Leute, die es immer gebraucht hat und immer brauchen wird.“

„Wo Bauernhof drauf steht, soll Bauernhof drin sein“
In den letzten Jahren hat sich UaB in einzelnen Fällen auf eine Weise entwickelt, die nicht mehr viel mit Landwirtschaft zu tun hat. Es wird nun zu einer Abänderung des UaB-Gesetzes kommen, denn „wo Bauernhof drauf steht, muss auch Bauernhof 

drin sein “, bemerkt Gasser. Es muss ein Mindestbestand von 0,5 Großvieheinheiten pro Hektar an Tieren gehalten werden, denn die Gäste sollen und wollen mit der Landwirtschaft in direkten Kontakt treten. Hotelbesitzer dürfen nicht zeitgleich in Besitz eines UaB- Betriebes sein, auch das wurde in den neuen Kriterien festgehalten. 

Südtirols Landwirtschaft voraus
Der Einladung zur Sitzung des SBJ-Bezirks Eisacktal folgten auch Bezirksobmann Martin Mayr und Bezirksleiterin Kathrin Mayr von der Landjugend Innsbruck Stadt/Land. Der Bezirksobmann Martin Mayr zeigte sich erstaunt, dass in Südtirol noch 25 Prozent der Bevölkerung auf den Höfen wohnen. In Innsbruck liegt der Anteil bei vier Prozent. In der Regierung steht die Landwirtschaft immer an zweiter Stelle. Laut Martin ist die Südtiroler Landwirtschaft im Vergleich zu Innsbruck in vielen Bereichen weit voraus. Das Genossenschaftswesen ist in Innsbruck bedeutend schlechter ausgebaut und die Inntalfurchen, welche die besten Ackerböden sind, werden verbaut. Der SBJ-Bezirksobmann Alex Perathoner zeigte sich erfreut über die Worte der eingeladenen Gäste und legte allen Anwesenden die Wertschätzung der bäuerlichen Jugend nahe.


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