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Die SBJ ist Teil der Europäischen Landjugend

Die Südtiroler Bauernjugend ist seit 2019 Mitglied der Europäischen Landjugend (RYEurope). Sie wurde 1957 gegründet und fungiert als Überorganisation für Jugendorganisationen, die sich für die Förderung der jungen Menschen auf dem Land einsetzt.

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„Unser Ziel bei der Europäischen Landjugend ist der Austausch mit Landjugendmitgliedern aus ganz Europa. Uns ist es ein Anliegen Verknüpfungen weit über die Landesgrenzen hinaus zu pflegen und auf europäischer Ebene Gedanken auszutauschen. Wir hoffen in Zukunft gemeinsame Ziele zu verwirklichen.“, betont SBJ Landesleiterin Angelika Springeth.

Im Interview erzählt Board Member Martin Siemens von der Arbeit der Organisation.
Er ist im Vorstand für den Bereich Zentraleuropa zuständig, zu dem auch die Südtiroler Bauernjugend gehört.

Welchen sozialen Auftrag hat die Europäische Landjugend und wie setzt sie ihn um?

Martin Siemen: Als europäische Landjugend ist es unser Ziel, die Landjugendlichen Europas zusammenzubringen, sodass wir voneinander lernen können. Wir möchten Klischees und kulturelle Hürden durchbrechen, um in einer großen Gemeinschaft an einem Strang zu ziehen und uns für ländliche Räume in ganz Europa stark zu machen.
Das versuchen wir hauptsächlich durch die Umsetzung gemeinsamer Veranstaltungen. Dabei stehen der Jugendaustausch und die politische Bildung im Zentrum. Aber auch der Spaß darf nicht fehlen. So kommt man viel besser ins Gespräch und nimmt auch am Ende wieder mehr nach Hause mit. 
Neben den drei großen Veranstaltungen

 

setzen wir uns in verschiedenen Gremien politisch für den ländlichen Raum ein. Dabei arbeiten wir auch Hand in Hand mit den Europäischen Jungbauern (CEJA) und der Internationalen Katholischen Landjugendbewegung (MIJARC).

Welche Herausforderungen gibt es künftig auf europäischer Ebene für die Landjugend?

Martin Siemen: Früher wie heute wird Politik meist in Städten gemacht. Dabei wird der ländliche Raum oft vergessen. Aber besonders weil wir in Europa immer mehr zusammenwachsen und vielen Herausforderungen gemeinsam begegnen müssen, ist es wichtig z.B. bei Fördergeldern oder der Zusammensetzung von Ausschüssen die Landbevölkerung und besonders die Jugend gleichermaßen mit einzubeziehen. Als junge Menschen werden wir am längsten mit den politischen Entscheidungen von heute leben müssen und wollen deshalb auch aktiv mitgestalten.

Die Realitäten sind in den verschiedenen europäischen Ländern doch sehr unterschiedlich: Wie schafft man Konsens bei wichtigen Fragestellungen?

Martin Siemen: Geographisch, politisch und strukturell unterscheiden sich unsere verschieden Mitgliedsorganisationen bzw. die Länder mal mehr, mal weniger. Dennoch stehen wir als Landjugendliche oft vor denselben Herausforderungen.

Landflucht, Digitalisierung und Klimawandel sind ja weltweite Themen, bei denen alle Menschen an einem Strang ziehen sollten. Auch wenn es um detaillierte Fragestellungen geht, finden meist alle Teilnehmer Ansatzpunkte aus Ihren Heimatländern.

Was beschäftigt alle europäischen Landjugendorganisationen mehr oder minder gleich in diesen Zeiten?

Martin Siemen: Besonders das Veranstaltungsverbot ist für alle Mitgliedsorganisationen ein Problem. Denn das Landjugend-Gefühl von Gemeinschaft und Zusammenhalt bleibt bei digitalen Veranstaltungen einfach auf der Strecke. Dadurch befürchten viele Verbände auch einen Rückgang der Mitgliederzahlen. Ein anderes großes Thema ist die Attraktivität ländlicher Räume. Viele Menschen aus der Stadt haben das Homeoffice für sich entdeckt oder suchen nach sicheren Investitionsmöglichkeiten. Dadurch sind die Preise des Wohnungsmarktes besonders in ländlichen und touristischen Regionen explodiert. Junge Menschen haben kaum noch eine Chance, in Ihrer Heimatregion Eigentum zu erwerben und auch Mietpreise sind meist überproportional gestiegen. Das macht es für viele von uns zu dieser Zeit besonders schwer, selbst in die Zukunft zu investieren und sich ein dauerhaftes Leben auf dem Land aufzubauen.

 


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