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„Müll gehört in die Tonne und nicht in die Natur“

Unter diesem Motto startet der Bezirk Unterland der Südtiroler Bauernjugend seine Kampagne.

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Seit Jahrhunderten prägt der Anbau und die Verarbeitung von Agrarprodukten nicht nur die

wirtschaftliche, sondern auch die soziale und kulturelle Entwicklung Südtirols. Bis heute lassen sich die Spuren der Arbeit, welche Bauern über die Zeit hin verrichteten, gut erkennen und bilden das Fundament für die Stärke des primären Sektors. Entscheidend dabei ist das Arbeiten in einem nachhaltigen Rahmen, weshalb die Landwirtschaft stets bemüht ist, so umweltschonend wie möglich die Kulturfläche zu bewirtschaften. Das oberste Credo lautet dabei immer „Qualität statt Quantität“. Dieses Motto war auch der ausschlaggebende Punkt für den Bezirk Unterland der Südtiroler Bauernjugend eine Aktion in diese Richtung hin zu starten. Denn Qualität beginnt nicht erst in der Weiterverarbeitung, sondern direkt auf den Feldern. Allzu oft häufen sich die Vorfälle, dass durch Unrat (z.B. Plastikmüll) der kostbare Boden verschmutzt wird. Gleiches gilt für Hundekot, welcher leichtsinnig im Kulturgrund zurückgelassen wird. Zu diesen beiden Faktoren gesellt sich noch jener, dass die erzeugten Agrarprodukte vor Diebstahl nicht sicher sind.

Videos zeigen was passieren kann

Aus den genannten Gründen und noch einigen mehr, startete der Bezirk Unterland

seine Kampagne. Die Aktion begann bereits im Frühjahr 2019 und bestand aus zwei Teilen. Im ersten Teil wurde mittels Videos auf diverse Probleme und Wünsche der Landwirte aufmerksam gemacht. Dabei versuchte die Bauernjugend ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass die Wiesen, Obst- und Weingärten Produktionsstätten sind und nicht Wanderwege oder Freizeitparks. So wurde in einem Video aufgezeigt, was passieren kann, wenn mit dem Fahrrad zu schnell und ohne Acht zu geben durch eine Obstwiese gefahren wird. Weiters wurde erklärt, was passiert, wenn ein Hund seinen Kot in einer Wiese hinterlässt und dieses Gras dann an die Nutztiere verfüttert wird. Die Aufnahme wurde auch dafür genutzt darauf hinzuweisen, wie vielfältig die Tätigkeit der Bauernjugend ist. Der Videoclip wurde im Rahmen der Mitgliedervollversammlung des Landesverbandes der SBJ vorgestellt. Anschließend wurde dieser auf den Social-Media-Kanälen verbreitet.

Schautafeln gegen Probleme in der Landwirtschaft

Nachdem die Bauernjugend für die Aktion eine sehr gute Resonanz erhielt, entschied man sich auf die wichtigsten Probleme mittels Schautafeln aufmerksam zu machen. Im zweiten Teil wurden mit Hilfe eines Grafikers vier Motive für Schilder ausgearbeitet. Sie wurden so

gestaltet, dass man gleich erkennen konnte, wo das Problem liegt (z.B. Hund verrichtet sein Geschäft im Gemüseacker). Auf jedem Bild ist auch ein kurzer Spruch angebracht, welcher bei der Erklärung hilft. Der Bezirk Unterland war der Auffassung, dass durch eine bildliche Darstellung jeder verstehen sollte, dass wir Menschen sensibler und vor allem verantwortungsvoller mit diesem Themen umgehen sollten. Ganz einfach erklärt: Wie würden Sie reagieren, wenn Sie im eigenen Garten den Müll fremder Personen vorfinden oder gar die Früchte des eigenen Gartens gestohlen werden würden?

Durch dieses Projekt wurde auch die Zusammenarbeit zwischen den Ortsgruppen und dem Bezirksausschuss gestärkt. Schon bei der Themen- und Motivwahl konnten die Ortsgruppen mitentscheiden und auswählen. Nach Erhalt der Tafeln wurden diese an die Ortsgruppen verteilt. Diese werden in den nächsten Wochen an strategisch günstigen und vor allem an Problempunkten aufgestellt. Der SBJ-Bezirk Unterland hoffen durch diese Aktion einen kleinen Teil dazu beitragen zu können, dass in Zukunft weniger die genannten Probleme im Vordergrund stehen, sondern mehr das gemeinsame Miteinander. Deshalb gilt „dem Bauer die Ernte, dem Wanderer die Landschaft“ und „Müll gehört in die Tonne und nicht in die Natur“.

 


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