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SBJ-Fachtagung: Restart nach dem Shutdown

„Restart nach dem Shutdown – Die Landwirtschaft geht gestärkt aus der Krise hervor.“ So lautet das Motto der heurigen Fachtagung der Südtiroler Bauernjugend. Diese findet am Samstag, 24. Oktober im Haus der Vereine in Nals mit Start um 8:30 Uhr statt.

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Zu Gast sind verschiedene Referenten aus allen landwirtschaftlichen Sektoren. Gemeinsam beleuchten sie die verschiedenen Facetten der Krise und schauen in die Zukunft. Die Bauernjugend hat den drei Hauptreferenten eine Frage gestellt:

Ein solcher Virus wie Covid-19 war für uns alles Neuland. Was können wir aus solchen Erfahrungen abgewinnen und wie können sie uns positiv beeinflussen?

Gerald Grosz, Politikkommentator und Autor: „Aus Angst vor dem nahen Corona-Tod wurde kollektiver Selbstmord begangen, dem Globus der Stecker gezogen. War es anfangs der wissenschaftlichen Unkenntnis gegenüber diesem neuartigen Virus geschuldet, dass weltweit Lockdowns verordnet wurden, ist die nunmehrige Fortsetzung des Regimes aus Angst und Panik nur mehr einer politischen Willkür geschuldet. Wir wissen heute, dass die Maßnahmen gegen diese Pandemie einen weit größeren Schaden anrichten, als der Virus selbst im Stande gewesen wäre. Unsere Realwirtschaft wird zerstört, Arbeitsplätze vernichtet, Betriebspleiten provoziert und die Gesellschaft gespalten. Bei Corona handelt es sich zweifelsohne um den größten Fehlalarm der Menschheitsgeschichte! Die wenig überraschende Lehre ist, dass die Globalisierung eben auch ihre Schattenseiten hat!“.

 

In Krisenzeiten ist es wichtig, nicht auf sich allein gestellt zu sein. Hat die Corona-Krise den Wert einer funktionierenden Genossenschaft verdeutlicht?

Florian Pedron, Raiffeisenverband Südtirol: „Der Mehrwert einer Genossenschaft zeigt sich besonders stark in Krisensituationen und das auch in der Landwirtschaft. Mit Ausnahme des Sektors Wein, dessen Markt in der Krise eingebrochen ist, haben die landwirtschaftlichen Genossenschaften den Betrieb trotz erschwerter Rahmenbedingungen ununterbrochen weitergeführt und die Nachfrage nach Lebensmitteln erfüllen können. Priorität hatte dabei immer der Schutz der Mitarbeiter und die Qualität und Sicherheit des Produkts. Das hat den Mitgliedern und den Mitarbeitern der Genossenschaften aber auch den Kunden Sicherheit gegeben. Unsere landwirtschaftlichen Genossenschaften sind auch gut kapitalisiert, so dass sie durch diese Krise nicht unmittelbar in Schieflage geraten sind. Diese Sicherheit insgesamt ist der große Mehrwert, der die landwirtschaftlichen Genossenschaften in Südtirol auszeichnet.“

Das Corona-Virus hat Südtirol innerhalb weniger Tage überrascht. Wie sind die Direktvermarkter und Urlaub auf dem Bauernhof Betriebe mit dieser Situation umgegangen und welche Perspektiven haben

 sich dabei für sie eröffnet?

Hannes Knollseisen, Roter Hahn: „Die Realitäten vor Ort sind sehr unterschiedlich und entsprechend unterschiedlich waren auch die ersten Reaktionen. Zwischen Zuversicht und großer Sorge war alles dabei. Aufgefallen ist aber, dass sofort die Ärmel hoch gekrempelt wurden und die Bäuerinnen und Bauern versucht haben das Beste aus der Situation zu machen. Einige haben auch die Gelegenheit genutzt Dinge anzugehen, die sie schon länger vor sich hergeschoben haben. Wie zum Beispiel eine intensivere Auseinandersetzung mit den digitalen Möglichkeiten und den sozialen Medien. Zugegebenermaßen taten sich einige Sparten auch leichter. Bei Produkten des täglichen Bedarfs wie Freilandeier, Gemüse und teilweise auch Milchprodukte stieg der Absatz sogar. Für andere Produkte bzw. Angebote brach die Nachfrage von einem Tag auf den anderen völlig ein. Hier waren kreative Ideen und neue Partner im Absatz gefragt.“

Infokasten:
Bei Teilnahme an der Fachtagung werden allen Junglandwirten drei Weiterbildungsstunden angerechnet. Es ist eine Anmeldung unter bauernjugend@sbb.it oder 0471 999401 erforderlich. Anmeldeschluss ist der Donnerstag, 22. Oktober.
Partner der Fachtagung ist die Landwirtschaftliche Hauptgenossenschaft.

 


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